THORNGOTH – “Rauhnacht” (2008)
Folter Records
Infernal War Magazine Issue #6
released on 30.09.08
- Curse them, curse them
- Kill for paradise
- Schiachperchten
- Der Wanderer
- Nihilistic Visions
- Salvation in silence
- Abgrund
- Still, von Ewigkeit
Es wird nicht überraschen, wenn ich sage, dass THORNGOTH auf „Rauhnacht“ grundsätzlich noch immer dieselben sind, wie vor einem Jahr. Melodisch, leicht schwedisch, irgendwo im Gleichgewicht zwischen ruhig, stampfend und prügelnd. Es wird aber genauso wenig überraschen, dass THORNGOTH sich klar weiterentwickelt haben. Im Vergleich zu dem in meinen Ohren etwas steifen Vorgänger hat „Rauhnacht“ einiges an Dynamik gewonnen; weil da einfach mehr Ideen drinstecken und gleichzeitig auf unnötige, ich nenne es jetzt mal Hindernisse in Form längerer Durststrecken mangels effektiver Pointen, verzichtet wurde. Der Strom fließt, die Musik kann sich ohne diese Langatmigkeiten stimmungsvoller entfalten. Es betrifft im Grunde alle Glieder in der Reihe, wenn ich von Fortschritt rede. Der besser angepasste Gesang, die leidenschaftlicheren Melodiebögen und der subtil-sehnsüchtige Bass im Hintergrund, das dienlichere Schlagzeug samt sinnvollem und pointiertem Aufbau der Stücke erschaffen so eine beträchtliche Vielschichtigkeit, die mir auf „T.O.D“ etwas gefehlt hat. Ein schönes Solo hier, ein abhebender Gedankengang dort und doch bleibt man stets hart und schroff, sogar verdammt wüst. Dabei wird durchgehend auf sperriges und holziges Brimborium verzichtet – „Rauhnacht“ ist einfach, nicht aber simpel, schlicht, aber alles andere als kunstlos. Abgerundet wird das Ganze mit der an und für sich wenig speziellen Produktion, die roh und trocken aber sehr gut zur Musik passt.
Während den Rauhnächten, außerhalb der Zeit, haben Grenzen keine Bedeutung. Die Wege zwischen den Welten sind geöffnet und allerlei Verdächtiges und Geheimnisvolles sucht diese Welt heim. Tiere sprechen unsere Sprache, Geister der Toten nisten sich ein und dunkle Ritter bringen dem Unvorsichtigen den Tod. Wie ein roter Faden zieht sich diese Dunkelheit durch die Hymnen, dieses Gefühl tückischer Angst, Gänsehaut, Grauen und Ekel.
„Rauhnacht“ ist sicherlich nicht modern im Sinne eines Bruches mit altbewährtem. Es ist vielmehr Zeugnis einer Entwicklung. Eine Entwicklung, wie sie sein darf! Und wie sie nach dem bereits ordentlichen Debut zu erwarten war - insofern ist das Album also keine Überraschung, aber eine angenehme Freude. Diese Band gibt sich einfach mehr Mühe als andere.
8/10
Frederick / Infernal War